06105 22629 mail@pthorn.de

Gestern und vorgestern sind zwei neue Studien zur Kindesentwicklung nach Reproduktionsmedizin veröffentlicht worden.

Die ersten wurde von Susan Golombok und ihrem Team durchgeführt und verglich Kinder nach Spendezeugung und Leihmutterschaft mit spontan gezeugten Kindern. Das Besondere an dieser Studie war die Langzeitbeobachtung: Die „Kinder“ sind mittlerweile 20 Jahre alt und sie und ihre Eltern wurden immer wieder befragt.

Das Ergebnis ist sehr deutlich: Kinder nach Samenspende, Eizellspende und Leihmutterschaft (es wurde nicht nach Familientyp unterschieden) entwickeln sich ebenso gut wie spontan gezeugte Kinder. Auffällig war die niedrigere Aufklärungsrate von Kindern nach Samenspende (womöglich, weil die Aufklärung für die Väter schwierig ist) und die Tatsache, dass die Bindung zwischen Kinder nach Eizellspende und deren Mütter zumindest phasenweise nicht so stabil ist wie bei den anderen Gruppen. Dies erklärt die Forschungsgruppe damit, dass sich die Mutter, auch wenn sie ihr Kind aufklärt, durch die Spendern bedroht fühlen könnte und sie sich deswegen dem Kind gegenüber ambivalent verhält.

Ein eindeutiges Ergebnis ist jedoch: je früher die Kinder aufgeklärt werden, desto entspannter ist dies für alle Familienmitglieder! Hier zur Studie

Nun zur zweiten Studie, die Kinder in heterosexuellen und lesbischen Familien nach IVF und ICSI gesundheitlich untersuchte. Bei Kindern nach reproduktionsmedizinischen Behandlungen ist noch immer die Frage, weshalb die Fehlbildungsrate etwas höher ist als bei spontan gezeugten Kindern. Die Studie von Goisis et al. deutet an, dass die zugrundeliegende Fruchtbarkeitseinschränkung der Grund sein könnte, denn Kinder von lesbischen Müttern (die eine IVF/ICSI nur durchführten, weil sie eine Samenspende benötigen) hatten ein höheres Geburtsgewicht als die Kinder heterosexueller Eltern (die die Behandlung wegen einer Fruchtbarkeitseinschränkung durchführen mussten).
Hier zum nachlesen.

 

 

 

Translate »